SPD erneuern - Dialogveranstaltung in Wolfsburg am 11.11.2017

Auf der Suche nach neuen Antworten - die SPD nach der Bundestagswahl

Viele Tische: Auf jedem Tisch liegt ein Plakat. Um die Tische herum stehen jeweils 10 bis 12 Personen. Es wird heftig diskutiert. Die Ergebnisse werden auf Plakaten festgehalten.

2017-11-11 15-03-20 Favorit3

Martin Schulz reist gemeinsam mit der gesamten Parteispitze durch Deutschland. Die SPD will sich erneuern. Die Erfahrungen der Mitglieder sind dabei enorm wichtig. Deshalb startet die Partei einen offenen Meinungsaustausch. Das Ziel: Vertrauen zurückgewinnen

Eine große Runde in der Mitte des Raumes: Zwei Personen von jeder Tischgruppe halten gemeinsam ein Plakat hoch. Die Moderatoren bitten die Frauen als Gruppensprecher an die Mikrofone. Jede Gruppe stellt ihr Ergebnis vor. Mit dabei: Martin Schulz und Andrea Nahles, Sigmar Gabriel und Lars Klingbeil.

Mit dabei auch einige Mitglieder der SPD aus dem Östlichen Ringgebiet. Es geht um die Erneuerung der SPD an diesem 11. November 2017 in Wolfsburg.

2017-11-11 15-17-12 Favorit1

Alle Mitglieder sind gefragt, ihre Ideen in den Erneuerungsprozess einfließen zu lassen. Vom Ortsvereinsvorstand Östliches Ringgebiet am 11.11.2017 in Wolfsburg mit Plakat dabei: Heiner Hilbrich (li.) und Karen Hartmann (2.v.li.)

Es wird zurückgeschaut:

Was ist in den letzten Jahren schief gelaufen?
Warum hat die SPD bei der Bundestagswahl nur 20,5 % erhalten?
Warum haben wir das Vertrauen der Menschen verloren?

Einige Antworten:

Die SPD-Erfolge in der Regierung wurden nicht deutlich gemacht.
Die SPD sendet keine klar erkennbaren Botschaften.
Die Agenda 2010 hat zu einem großen Vertrauensverlust geführt, den zu überwinden bisher nicht gelang.

In der zweiten Runde wird nach vorne geblickt:
Was müssen wir anders machen?

Wir müssen neue Antworten auf die Fragen der Zeit finden:

Wie geht es weiter mit Europa?
Wir sichern wir den Zusammenhalt in der Gesellschaft?
Wie erhalten wir unsere Demokratie?
Wie verringern wir die bestehenden Ungleichheiten in der Gesellschaft  und schaffen Möglichkeiten für eine gleichberechtigte Teilhabe?
Wie gehen wir um mit der Veränderung der Arbeitswelt durch die Digitalisierung? Wie können wir dafür sorgen, dass möglichst viele Menschen gute Arbeit finden, von der sie leben können?
Wie schaffen wir es, dass die Grundlagen für ein gutes Leben, für unsere Kinder und Enkel erhalten bleiben?

Auf acht Dialogkonferenzen quer durch die Republik hört die Parteiführung ihren Mitgliedern zu.

Aus den besten Ideen ist ein Arbeitsprogramm entstanden. Es wurde als Teil des Leitantrags auf dem Bundesparteitag der SPD im Dezember 2017 in Berlin beschlossen. So soll 2018 mit der Erneuerung der Partei begonnen werden:

Inhalte werden in Themenforen diskutiert.
Die Beteiligung der Mitglieder an den Diskussionen wird verbessert
durch Dialogveranstaltungen vor Ort.
Entscheidungsprozesse sollen nicht nur „von oben nach unten“, sondern auch „von unten nach oben“ laufen.
Neue Beteiligungsformen über das Netz werden entwickelt.
Die Partei soll jünger und vor allen Dingen weiblicher werden:

Gremien werden künftig paritätisch besetzt, die Möglichkeit der gemischten Doppelspitze in Führungspositionen ist beschlossen. Das, was die SPD für Wirtschaft, Verwaltung und Wissenschaft fordert, will sie künftig auch innerhalb der Partei ermöglichen: die gleichberechtigte Beteiligung von Frauen.

2017-11-11 15-18-05 Favorit2

Im Plenum: Moderator Tobias Gombert bittet eine Genossin, das Ergebnis ihrer Gruppe aus der ersten Diskussionsrunde vorzutragen

Mitten in diesem Prozess steht die Partei einer neuen Herausforderung gegenüber:

Sie muss entscheiden, ob sie erneut in eine Große Koalition geht. Vor Ort in Braunschweig wird das leidenschaftlich, kontrovers, aber in großer Fairness diskutiert. Am Ende werden alle Mitglieder entscheiden!

Dieser Weg ist ein erstes Beispiel für die neue Beteiligungskultur in der Partei.
Wenn wir das so beibehalten, werden wir wieder Menschen gewinnen.
Der Bedarf, mitzureden, über den richtigen Weg zu streiten, mitzuentscheiden ist groß in unserer Gesellschaft.
Dann brauchen wir um die Zukunft der SPD nicht zu fürchten! Die SPD wird noch gebraucht!
Als Partei, die sich für die Schwächsten einsetzt und sich für den Zusammenhalt der  Gesellschaft  stark macht.
Jeder ist eingeladen, mitzumachen!

Heiner Hilbrich, 2.Vorsitzender SPD-Ortsverein Östliches Ringgebiet


alle Fotos: dropbox,  Bildunterschriften: Karen Hartmann